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Pressemeldungen

10.02.2020 - Nürnberg gesamtes Stadtgebiet (bfn)

Abschlußbilanz zum Sturmtief Sabine

Der für die Feuerwehr sehr arbeitsreiche Montag - geprägt durch das Sturmtief "Sabine" - nähert sich dem Ende.

Die Feuerwehr Nürnberg kann in Abstimmung mit der Integrierten Leitstelle das Einsatzgeschehen zusammenfassen: Trotz teilweiser heftiger Orkanböen und einer Vielzahl von sturmbedingten Einsätzen blieb die Stadt Nürnberg von großen Sachschäden und Personenschäden verschont.

Es blieb bei wettertypischen Ereignissen wie umgestürzten Bäumen, zum Teil in Verbindung mit beschädigten Fahrzeugen, losen Dachziegeln oder losgerissene Dachblechteile.

Die Feuerwehr Nürnberg hat sich den Wetterwarnungen entsprechend vorbereitet: Die Integrierte Leitstelle wurde personell verstärkt. Die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Nürnberg waren seit den frühen Morgenstunden einsatzbereit in den Gerätehäusern und bewältigten das Einsatzgeschehen mit dem Schwerpunkt im Süden von Nürnberg. Die Berufsfeuerwehr Nürnberg besetzte zusätzlich drei Drehleitern: Somit waren insgesamt acht Drehleitern im Einsatz. In Verbindung mit den Löschgruppenfahrzeugen der Freiwilligen Feuerwehr konnte eine zielgerichtete Gefahrenabwehr an den umgestürzten Bäumen und den beschädigten Dächern durchgeführt werden. Die fünf Wachen der Berufsfeuerwehr bearbeiteten Einsätze durch ausgelöste Brandmeldeanlagen in Firmen oder Kleinbrände im Innenstadtbereich.

Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr Nürnberg wurde gegen 12:00 Uhr zu einen überörtlichen Einsatz in den Landkreis Amberg-Sulzbach gerufen und unterstützte dort die örtlich zuständige Feuerwehr: Ein schwergewichtiger Patient wurde von den Höhenrettern mit einer Spezialtrage unter Anwendung eines Flaschenzuges aus seiner Wohnung gerettet und mit der Schwerlasttrage in das Krankenhaus nach Amberg transportiert.

Durch den zeitweise orkanartigen Wind war auch nicht immer ein Einsatz der Drehleiter möglich. Durch den Wind wurden etliche Dachziegel des Spittlertorturms auf die Ludwigstraße geweht. Der Wind war so heftig, dass die Kollegen nicht über die Drehleiter auf das Dach des Turmes steigen konnten, um die Ziegel abzutragen. In Abstimmung mit der Polizei wurde daraufhin die Ludwigstraße gesperrt. Sobald die Wetterlage einen Einsatz auf dem Turmdach zulassen, werden die Ziegel abgeräumt.

Fassungslos waren die Einsatzkräfte, die immerhin schon mehr als 12 Stunden im Sturmeinsatz waren, nach einer Alarmierung um 19:16 Uhr: Aus dem Norden von Nürnberg wurde über den Notruf 112 eine Explosion in einer Wohnung gemeldet. In dem Wohnhaus waren 15 Personen gemeldet. Für diese Einsatzmeldung werden 11 Fahrzeuge der Feuerwehr, mehrere Streifen der Polizei und 7 Fahrzeuge des Rettungsdienstes losgeschickt. Beim Eintreffen konnten die Einsatzkräfte keine Feststellung machen - es handelte sich um einen böswilligen Alarm.

Im Gebiet der Integrierten Leitstelle Nürnberg wurde am Montag, den 10.02.2020 in der Zeit von 00:00 Uhr bis 21:00 Uhr insgesamt 384 Einsätze zur technischen Hilfeleistung disponiert und abgewickelt.

Davon entfielen allein 170 Einsätze auf das Stadtgebiet Nürnberg. Wie schon bei der zweiten Bilanz am Mittag entfielen somit 45% der Gesamteinsätze aus dem Leitstellenbereich auf Einsätze in der Stadt Nürnberg. Das entspricht dem dreifachen Einsatzaufkommen der Silvesternacht 2019/2020.

Als weiteren Vergleich kann man das Sturmtief "Eberhard" vom 11. März 2019 heranziehen: Hier wurden im Stadtgebiet Nürnberg 150 Einsätze verzeichnet - zu mindestens in Bezug auf die Einsatzzahlen sind beide Sturmlagen somit auf Augenhöhe.

Die Kollegen der Integrierten Leitstelle mussten insgesamt 2350 Anrufe (Notruf 112, medizinische und technische Hilferufe) bearbeiten.

Bericht online seit: 11.02.2020 07:27 (Andreas Stock, Redaktion)
Quelle: Berufsfeuerwehr Nürnberg